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Wer braucht enterale Sondenernährung?

Wenn die orale Nahrungsaufnahme nicht ausreicht

Wenn die Nährstoffversorgung durch übliche Nahrungsmittel nicht gesichert werden kann, kommt die enterale Ernährung zum Einsatz. Voraussetzung hierfür ist ein funktionsfähiger Gastrointestinaltrakt und es darf keine Kontraindikation für die enterale Ernährung vorliegen. Die enterale Ernährung umfasst sowohl die Trinknahrung als auch die Sondennahrung.

Die orale Nahrungsaufnahme sollte, wenn möglich, immer bevorzugt werden

Bei sicherer oraler Nahrungsaufnahme empfiehlt sich die Ergänzung der Nahrung mit Trinknahrung. Ist es für den Patienten jedoch nicht möglich, ohne erheblichen Aufwand oder Risiko ausreichende Mengen an Energie und Nährstoffen mit der normalen Nahrung aufzunehmen oder über eine Trinknahrung abzudecken, ist die ergänzende oder ausschließliche Nährstoffgabe über eine Ernährungssonde empfohlen.Die Sondenernährung schließt andere Formen der Ernährung nicht aus, sodass neben einer oralen Ernährung auch ergänzend Nahrung über eine Sonde appliziert werden kann, um den Nährstoffbedarf des Patienten zu decken. Ein Verschlucken und eine daraus folgende Aspirationspneumonie sollten jedoch vermieden werden. Gemäß aktueller DGEM-Leitlinie klinische Ernährung ist die Ausschöpfung der oralen (Rest-)Kapazität zur Nahrungsaufnahme eine goldene Regel des Ernährungssupports, ebenso wie die Wahl des möglichst natürlichen Ernährungszugangs, wie im folgenden Stufenschema dargestellt:

Stufenschema Ernährung1

Stufe  Form der Stufe oder des Ernährungssupports
ISonderkostform
Speisenanreicherung (Makro-/Mikronährstoffe)
Diätberatung
III + orale bilanzierte Diäten
II(I,II)+ supplementierende enterale/parenterale Ernährung
IVTotale enterale Ernährung
VEnterale Ernährung + parenterale Ernährung
VIParenterale Ernährung + minimale enterale Ernährung
VII    Totale parenterale Ernährung

Indikationen für die Ernährung über eine Sonde

Leben mit einer Sonde zu Hause

Die enterale Ernährung über eine Sonde ist häufig bei solchen Krankheitsbildern indiziert, bei denen eine normale Passage der oberen Verdauungswege bis zum Magen (gastrale Sonde) bzw. bis zum Dünndarm (jejunale Sonde) unmöglich ist bzw. eine ausreichende Nährstoffversorgung nicht gewährleistet ist.
 
Patienten mit einem der folgenden Krankheitsbilder werden oft enteral über eine Sonde ernährt:

  • Neurologische Erkrankungen, insbesondere wenn diese mit Schluckstörungen (Dysphagie) verbunden sind (beispielsweise nach Schlaganfall, bei Morbus Parkinson)
  • Erkrankungen im HNO-Bereich
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts, z.B. postoperativ, bei Malassimilationssyndrom (Störungen der Verdauung und Resorption, z.B. bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Pankreatitis, Kurzdarm)
  • Onkologische Erkrankungen mit erhöhtem Energiebedarf und/oder Inappetenz
  • Zystische Fibrose (Mukoviszidose)
  • Intensivmedizin, z.B. prä- und postoperativ, bei Sepsis, Verbrennungen
  • Schwerste Mehrfachbehinderungen
  • Gedeihstörung bei Kindern

Voraussetzung für die enterale Ernährung über eine Sonde ist immer, dass der  Gastrointestinaltrakt funktionsfähig und zugänglich sein muss und keine Kontraindikation für die enterale Ernährung vorliegt. Je nach Indikation, kann die Sondenernährung kurzfristig (meist transnasal) oder auch langfristig (meist PEG) erfolgen.

Kontraindikationen für die Sondenernährung2

Nicht immer ist die Ernährung möglich. Als absolute Kontraindikationen gegen jegliche Art der Ernährung (enteral und parenteral) gelten gemäß AKE-Empfehlungen:

  • Schockgeschehen jeglicher Art
  • Serum-Laktat > 3 – 4 mmol/l
  • Hypoxie – pO2 < 50 mmHg
  • schwere Azidose – pH < 7,2; pCO2 < mmHg
  • Hypercapnie pCO > 65 mm 

Folgende Erkrankungen gelten als absolute Kontraindikationen für die enterale Ernährung:

  • Akutes Abdomen, Peritonitis
  • Akute gastrointestinale Blutung
  • Mechanischer Ileus
  • Intestinale Ischämie
  • Intestinale Perforation

Gemäß AKE-Empfehlung ist bei folgenden relativen Kontraindikationen für die enterale Ernährung eine minimale enterale Nahrungszufuhr oft möglich:

  • Paralytischer Ileus
  • Unbeherrschbares Erbrechen (evtl. enterale Ernährung für 2-4 Stunden  aussetzen, ggf. jejunale Sondenlage)
  • Schwere Diarrhöen
  • Enterokutane Fisteln mit hoher Sekretion

Bei Vorliegen einer relativen Kontraindikation kann eine minimale enterale Substratzufuhr zum Erhalt der Darmbarriere beitragen und sollte daher wenn möglich eingeleitet werden.

1 Valentini L et al. Leitlinie der Deutschen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM). DGEM Terminologie in der Klinischen Ernährung. Aktuel Ernahrungsmed 2013;38:97-111

2 AKE – Empfehlungen für die parenterale und enterale Ernährungstherapie des Erwachsenen, Version 2005/2006

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